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VON STEPHAN DERKS
Einen glanzvolleren Schlusspunkt unter
ihr letztes Ponyjahr konnte sich die 16jährige Lydia Camp vom Gelderner
Brauerhof wohl kaum setzen. Denn bei der Pony-Europameisterschaft im
französischen Saumur gewann sie am Wochenende nicht „nur“ die Goldmedaille
mit der Deutschen Mannschaft in der Dressur, sondern konnte sich auch in der
Einzelwertung im Sattel der 3fachen Bundeschampionesse Dulcia ganz nach oben
auf das Siegerpodest platzieren. Ein Supererfolg die 1,68m große Amazone,
die sich damit in die Nähe der Aldekerkerin Marion Engelen rücken konnte,
die die Ponyeuropameisterschaft zwei Mal in Folge gewinnen konnte. Dabei
griffen die internationalen Richter in Frankreich bei der Vorstellung des
niederrheinischen Paares ganz tief in Notenkiste, wobei am Ende insgesamt
1.546 Punkte, das ergibt umgerechnet 77,30 Prozent, herauskamen.

Lydia Camp kehrte hocherfolgreich aus Frankreich zurück Lydia’s
Mannschaftskameradin Louisa Lüttgen (Kerpen) holte sich bei diesen
Europameisterschaften mit Dornik B (75,45) die Silbermedaille. Ebenfalls auf
Medaillenkurs war mit Sanneke Rothenberger (Bad Homburg) die dritte
Deutsche. Allerdings verweigerte ihr 16-jähriger Fuchswallach gegen Ende der
Prüfung plötzlich die Mitarbeit. Zwar konnte seine 13-jährige Reiterin die
Prüfung noch mit Anstand beenden, blieb aber in einigen Lektionen ohne
Wertung. Dass sie allerdings noch ein Ergebnis von 70,55 Prozent kam,
spricht für die Leistungen des Paares, die im vergangenen Jahr noch
Vizeeuropameister waren und nun Platz fünf belegten. Insgesamt bewarben sich
36 Einzelreiter und acht Mannschaften in Frankreich um die Medaillen.
Mannschaftssilber ging in der Dressur an das Team aus den Niederlanden und
die Bronzemedaille nach Dänemark. Am Montagmorgen um vier Uhr in der früh
kehrte die frisch gebackene Doppeleuropameisterin auf den heimischen
Brauershof nach Geldern zurück und wollte, verständlicherweise, nun erst
einmal so richtig ausschlafen, was die Rheinische Post auf Anfrage erfuhr.
„Sie hat sich gerade noch einmal hingelegt, um sich von den Anstrengungen
der Vortage auszuruhen“, erklärte Schwester Helena, die gleichfalls mit nach
Frankreich gefahren war, um ihrer Schwester die Daumen zu Drücken. Klar,
dass die Rheinische Post das Goldmädchen nicht extra wecken wollte.
Schließlich wird der Erfolg der jungen Amazone noch richtig gefeiert werden.
Dann nämlich, wenn Vater August und Mutter Katja auch dabei sind. Denn die
saßen am Montag beide bereits wieder im Sattel und starteten bei der
Sichtung zum Bundeschampionat in Wickrath. So sind sie die Camp`s, eben eine
richtige Reiterfamilie. |