Der Kreispferdesportverband informiert:

Tony Harris noch lange nicht zufrieden

Erstes Sevelener Vielseitigkeitscamp mit der bulgarischen Nationalmannschaft beendet 

VON STEPHAN DERKS

Horsemanship, also die pferdegerechte Kommunikation am Boden und im Sattel, war das erste, was ihnen Tony Harris, der neue Trainer der Bulgarischen Equestrian Federation (BEF) ins Stammbuch schrieb. „Damit hatten die Bulgaren nun überhaupt nicht gerechnet“, erklärt Peter Eck gegenüber der Rheinischen Post. Denn Harris hatte aus Sicht des BEF gegenüber dem bulgarische Eventingteam während des ersten Trainingscamps auf der Reitanlage in Sevelen wohl ungewöhnliche Trainingsmethoden anwendet. Denn deren Nationalmannschaft musste als erstes lernen wie Pferde gepflegt, gehegt und dann erst geritten werden. Dabei standen Sattelpflege und Hufbeschlagslehre ebenso auf dem Programm, wie der Hindernisbau und das Konditionstraining. „Nach harten Trainingswochen stand für Tony Harris fest, dass die Teilnahme bei dem internationalen Vielseitigkeitsturnier auf dem Baden-Württembergischen Landegestüt in Marbach für dieses Team noch viel zu früh sei. Kurzerhand sagte Harris die Teilnahme für alle seine neuen Schüler ab, da aus seiner Sicht noch ist keiner in der Lage war, sich mit der Europäischen Elite zu messen“, so Eck weiter.

Da hat Tony Harris offensichtlich noch eine Menge zu tun, um die Bulgaren nach vorne zu bringen

Schließlich traten in Marbach Welt- und Europameister gegeneinander an. Der Meinung von Harris schloss sich nach dem Sevelener Training auch Dr. Krum Rashkov, Secretary General der bulgarischen FN an. „Bedauerlich nur, dass zwei bulgarische Reiter anderer Meinung waren und trotz strikter Anordnung in Marbach mit entsprechend negativem Resultat starteten“, berichtet Peter Eck. Sie dürften sich hierbei allerdings schnell an den Hinweis von Harris  erinnert haben, wonach dieser immer wieder betonte, dass die Vielseitigkeit die Krone der Reiterei sei. Und gerade wer auf diesem Gebiet international starten möchte, müsse an allen drei Tagen in den Disziplinen Dressur, Springen und dem schwierigen Gelände zeigen, was in ihm bzw. seinem Pferd steckt. Denn gerade der Vielseitigkeitssport gehört zu einer Sportart, bei der nicht nur Ergeiz und Mut notwendig sind; sondern auch Besonnenheit und Fairness gegenüber dem Partner Pferd im Mittelpunkt steht. Übrigens: Bulgarische Vielseitigkeitsreiter nahmen bereits in den Jahren 1924, 1928, 1932, 1952, 1956, 1960, 1972, 1980, 1992, und 2000 an Olympischen Spielen teil. Ob Tony Harris sie allerdings zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking führen kann bleibt fraglich.

Kreispferdesportverband Kleve e.V. Kleve
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letzte Änderung: 20. Mai 2007, © Stephan.Derks