VON STEPHAN DERKS
KREIS.KLEVE.
Eine Ehrung der besonderen Art wurde nun dem Reeser Alfons Baumann zu Teil.
Denn er erhielt aus den Händen des Präsidenten der Landwirtschaftskammer
Nordrhein-Westfalen Johannes Frizen den Hans-von-Bemberg-Preis. Mit der
Verleihung dieses Preises wurde Baumann für die beste tierzüchterische
Leistung des Jahres 2008 geehrt. „Seit Jahren hat sich Alfons Baumann,
unterstützt von seiner Familie mit großem Engagement für die Pferdezucht
eingesetzt“, erklärte Frizen im Rahmen der Preisverleihung. Daher stehe der
rechtsrheinische Name Baumann nach Angaben von Frizen seit Jahrzehnten für
einen festen Begriff, wenn es um die Zucht von westfälischen Reitpferden und
Reitponys gehe. Zudem gehöre der Reeser Zuchtbetrieb seit 35 Jahre dem
Westfälischen Pferdestammbuch an. Zurzeit sind dort 36 Stuten und ein Hengst
im Zuchtbuch eingetragen, die auf die Zuchtstätte Baumann verweisen. Auch
vertritt der frisch gebackene Preisträger als Delegierter des Westfälischen
Pferdestammbuches die Interessen seiner Züchterkollegen und ist Mitglied der
Bewertungskommissionen für Stuten und Fohlen. Insgesamt gehen 33
Staatsprämienstuten, neun gekörte Hengste sowie etliche erfolgreiche
Sportpferde in Dressur und Springen aus seiner Zucht hervor, wobei mehr als
30 Pferde über die Versteigerungen in Münster-Handorf in alle Welt verkauft
wurde. Der Erfolg basiert im Wesentlichen auf zwei rheinischen
Stutenfamilien, der 1969 geborenen Walküre und Al'Amour von
Aarstein-Ehrenschild, die 1972 geboren wurde. Als großer Hoffnungsträger der
Familie Baumann gilt derzeit der vierjährige Hengst Licosto, der vor wenigen
Wochen bei seinem ersten Turnierstart das Reitpferdechampionat beim
Dressurturnier in Lingen gewann und der erst Anfang Oktober bei der 38.
NRW-Eliteauktion in Münster-Handorf mit dem Spitzenerlös der gesamten
Versteigerung einen Käufer aus der Nähe von Nürnberg fand. Bei derselben
Auktion konnte die Zuchtstätte Baumann zudem als weiteres Turnierpferd
Diabolo und ein Turnierpony versteigern, das einen Interessenten in Italien
fand. "Die Pferde der Familie Baumann sind Westfalens Botschafter auf der
ganzen Welt", hob der Landwirtschaftspräsident weiter hervor und verwies
darauf, dass sie züchterisch und sportlich erfolgreich in Nordamerika,
Brasilien oder in Europa seien. Zudem bereicherten die Pferde aus der Reeser
Zuchtstätte Jahr für Jahr das Warendorfer Bundeschampionat und erringen dort
die begehrten Schleifen und Medaillen. Übrigens: Der undotierte
Hans-von-Bemberg-Preis hat eine über 50-jährige Tradition und wird einmal
jährlich von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen für
Höchstleistungen auf dem Gebiet der Tierzucht verliehen. Hans von Bemberg
war ein Rinderzüchter aus Flamersheim im Kreis Euskirchen, der sich unter
anderem als Vorsitzender des Rheinischen Verbandes für Tieflandrinderzucht
einen herausragenden Namen gemacht hat und 1958 verstarb.
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