Pressemeldung vom 29.08.2006

Rheinlands starke Typen bei der Kreistierschau

Nachwuchszüchterwettbewerb bei Pferden sorgte für Aufsehen, Gesamtsieg für den Reeser Michael Venes

Text und Fotos STEPHAN DERKS

Sie waren schon mächtig aufgeregt, die rheinischen Nachwuchszüchter, als sie sich am letzten Augustwochenende im Rahmen der Kreistierschau Kleve auf dem Gelände des Landwirtschaftszentrum Haus Riswick einem Wettkampf stellten. Zunächst galt es Stuten der Bewertungskommission

Die Bewertungskommission

 um Beate Emunds (Heinsberg), Brigitte Nienhaus (Borken) und Ulrich Plein (Kranenburg), auf der Dreiecksbahn korrekt vorzustellen. Leichter gesagt als getan. Denn kurz vor Wettkampfbeginn musste die Abstammung (z.B. Fleet-Street, eine 3jährige braune Stute von Fürst Piccolo, aus der Verbandsprämienstute Scarlett von Sandro Hit) der vorzustellenden Pferde, die per Los zugeteilt wurden, auswendig gelernt werden.

Wie war noch gleich die Abstammung?

Eine erste, ernsthafte Hürde tat sich auf. Nicht zu vergessen war der Kommission bei der Aufstellung noch mitzuteilen, wer denn da als Nachwuchszüchter die Stute vorstellte.

Nein, steht noch nicht richtig!

Im Gegensatz dazu war die Vorstellung des Pferdes an der Hand im Schritt ja noch ganz einfach. Aber als an der kurzen bzw. langen Seite die Trabmechanik des Vierbeiners im Trabe gezeigt werden sollte, kamen manche ganz schön ins Straucheln. „Ich glaube ich war mehr damit beschäftigt auf den Beinen zu bleiben als das Pferd korrekt zu führen“, zog Jennifer Gosses (Brauershof Geldern) im Anschluss selbstkritisch das Fazit ihrer Vorstellung.

Also das Exterieur würde ich mit der Note....beurteilen

Pferdebeurteilung, der nächste Prüfungspunkt der für Jennifer, Susanne Böhling, Rees, Andreas Drude, Kevelaer, Markus Heyen, Sara Kleinwächster, beide Kalkar, Julius Ruyter, Rees, Marina Thönes, Grefrath, Michael Venes, Rees, Nina Bodden, Reichshof und den Geschwistern Annika und Isabella Sommer (Heinsberg) auf dem Programm stand. Beurteilt werden mussten drei Stuten nach Rasse, Kopf, Halsung, Sattellage, Rahmen, den Vorder- und Hintergliedmaßen, die Korrektheit des Ganges, dem Trab und Schritt, sowie dem Gesamteindruck und der Entwicklung. Und das alles in einer Beurteilung der Wertnoten von 1 (sehr schlecht) bis 10 (ausgezeichnet). Puh, gar nicht so einfach, zumal das Richtertrio sich seine eigenen Wertnoten machte und im Nachhinein die Abweichungen in den Bewertungen der Nachwuchszüchter beurteilte.

Die Vorführung an der Hand, gar nicht so einfach

 Als wäre dies nicht genug, händigte Kreistierzuchtbereiter Mike Üeffing den elf Prüflingen noch einen Fragebogen aus in dem es galt, zwanzig Fragen zu beantworten

Mike Üeffing stellte keine leichten Fragen

So die Frage, wer die Mutterstute zum Zeitpunkt des Abfohlens, der Bedeckung oder der Eintragung (Brenntermin bzw. Stutenschau) besitzt? Oder de Frage, Was ist eine Gebrauchskreuzung  ist oder wie der Schmied den Huf auszuschneiden hat, um die Verstellung eines Jährlings auf den Vorderhufen zu korrigieren. Da rauchte nun aber wirklich bei den Nachwuchszüchtern der Kopf.

Der Sieger des Nachwuchszüchter-Wettbewerbes, Michael Venes

Im Gesamtergebnis war es der Reeser Michael Venes, der vor Sara Kleinwächter (Kalkar) und Susanne Böhling (Rees) als Sieger aus dem Wettbewerb der Nachwuchszüchter hervorging. Übrigens: Die FEI ist die Internationale Reiterliche Vereinigung, Züchter ist der Besitzer der Mutterstute zum Zeitpunkt der Bedeckung (Besamung), die Gebrauchskreuzung ist die Kreuzung zweier verschiedener Rassen, um Produkte zu erzeugen, mit denen nicht weiter gezüchtet werden kann und die Verstellung auf den Vorderhufen nach außen wird korrigiert, indem die innere Seite des Hufes vermehrt verkürzt wird.


Kreispferdesportverband Kleve e.V.
E-Mail: info@kvruf.de
letzte Änderung: 20. Mai 2007, © Stephan.Derks