Pferd und Reiter müssen ein Team bilden

Gelungener Springlehrgang beim Kreispferdesportverband Kleve mit integriertem mentalem Training. Denn Erfolg beginnt im Kopf

TEXT UND FOTOS VON STEPHAN DERKS

GOCH. „Lass Dich nicht über den Sprung ziehen, gib mit der Hand mehr nach“, ruft Elmar Pollmann-Schweckhorst durch die Reithalle. Der international tätige Ausbilder, Stützpunkttrainer, Richter und Ausbilder in den Schwerpunkten "Zucht und Haltung“ aus Bergisch-Gladbach ist auf Einladung des Kreispferdesportverbandes an den linken Niederrhein gekommen, um hier einen Springlehrgang zu absolvieren. Zwei Schwerpunkte hat sich Pollmann-Schweckhorst hierzu gesetzt. Zum einen will er die Durchlässigkeit bei den Pferden erreichen, damit sie exakt an den Hilfen gestellt werden können. Und zum anderen will er den Lehrgangsteilnehmern wertvolle Tipps geben, damit sie anhand von technischen Hilfen lernen, ihren Springstil zu verbessern.

Hatte stets eine Erklärung parat: Elmar Pollmann-Schweckhorst

 „Pferd und Reiter müssen ein Team bilden“, erklärt Pollmann-Schweckhorst gegenüber der Rheinischen Post, wozu ohne Zweifel die elastische, vertrauensvolle Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul gehört. „Nur so kann der Reiter bei seinem Pferd die Dynamik aus der Hinterhand über den Rücken bis in seine Hand spüren“, so der renommierte Ausbilder weiter, dessen Reitschüler erfolgreiche Sieger von Jugendchampionaten und Meisterschaften sind. Praxisbezogen geht Pollmann-Schweckhorst die Springausbildung an, erklärt vieles, achtet auf die Dehnungshaltung und darauf, dass die Pferde ihren Schwung zwischen den Sprüngen nicht verlieren. „Ich bin erstaunt, wie schnell die Lehrgangsteilnehmer in der Lage waren, meine Hinweise umzusetzen“, sagt Pollmann-Schweckhorst, während er die Hindernisstangen in die richtigen Auflagen legt. Jana Kunz (14, Goch), Charlotte Iffland (14, Kevelaer) und Mona Cox (13, Kranenburg) sind sich auf Anfrage einig: „Wir haben als junge Springreiter viel über Rhythmus der Pferde, dem gymnastizieren und das dressurmäßige Reiten gelernt. Dabei kam der Lehrgang gerade rechtzeitig vor dem Start in die neue Saison“.

Waren sehr zufrieden mit dem Lehrgangsergebnis: Die Reiter und ihr Ausbilder, Elmar Pollmann-Schweckhorst (Mitte)

 Und noch etwas haben die jungen Amazonen an diesem Wochenende gelernt: Das, wer erfolgreich im Sport sein will, seinen Kopf frei haben muss. Frei von belastenden Gedanken und Gefühlen. Wie das geht, erklärte Dörte Dreher-Peiß, Gesundheitspädagogin, Psychologien, Mental- und Stresstrainerin den Reitern. „Ich habe ihnen zunächst einen Überblick zum Thema Mentales Training verschafft und in einem individuellen Check up erfahren, wo ihre Stärken und Schwachstellen liegen. Hiernach ging es um das Thema Körperwahrnehmung, sensibilisieren mit Übungen zur Muskelentspannung, einer Grundvoraussetzung zum Mentalen Training“, erklärt die Uedemerin der Rheinischen Post auf Nachfrage. „Es war schon toll, wie versucht wurde uns das Tor zum Unterbewusstsein zu öffnen“, schildert Charlotte Iffland ihre ersten Erfahrungen mit dem mentalen Training. Und auch wenn sie und ihre Mitstreiter sich anfangs über diese Art des Trainings eher lustig machten stellten sie sehr schnell fest was es heißt, mental stark zu sein. „Denn der Reitsport ist die einzige Sportart, in der wir uns auf ein anderes Lebewesen einstellen wollen. Das macht die Reitkunst besonders reich und wertvoll aber auch empfänglich für Spannungen und Disbalancen des Reiters. So spiegelt das Pferd das Bild des Reiters, seine Dominanz und seine Authentizität wieder. Das, was der Reiter bewusst oder unbewusst denkt oder fühlt, entscheidet über Erfolg oder Misserfolg“, so Dörte Dreher-Peiß abschließend. 

INFO

Für den hochkarätigen Springlehrgang bei Pferdewirtschaftsmeister Elmar Pollmann-Schweckhorst sowie der Mental- und Stresstrainerin Dörte Dreher-Peiß, hat der Kreispferdesportverband als Dachorganisation der Kreis Klever Reiter satte 25 % der Kosten übernommen, um die jugendlichen Teilnehmer zu fördern.

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