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Pressebericht vom 14.08.2004

Warnung: Betrug beim Pferdkauf per Internet

Gelderner Familie wollte Pony in die USA verkaufen 
und sollte Schiffspauschale bar auszahlen

Von STEPHAN DERKS
Der Schreck sitzt der Geldernerin Claudia Gosses noch in den Gliedern. Gut, dass sie und ihr Mann nicht so leichtgläubig sind, sonst wären sie nämlich einer neuen Betrugsmasche aufgesessen, die im Internet lauert. 

Denn dort versucht eine gewisse Florina Maphew aus dem US-Staat Maryland Pferde und Ponys zu kaufen und bietet hierzu einen stattlichen Kaufpreis. Und da Familie Gosses ohnehin ihr Pony verkaufen wollte, wurde man sich schnell handelseinig. Das Pony sollte durch einen Mittelsmann abgeholt werden, der ihnen einen Scheck über den Kaufpreis aushändigen würde. Da der Scheck neben dem Kaufpreis auch noch die Schiffspauschale enthielt, wurde Familie Gosses gebeten, dem Mittelsmann dieses Geld bei Abholung des Ponys in bar zu übergeben.

Nun wurde Claudia Gosses stutzig und erkundigte sich erst einmal bei der Sparkasse in Geldern. Und die warnte gleich vor dieser Art von Geschäften. Denn obwohl ein solcher Scheck in der Regel einer ersten Überprüfung standhält und auch der Betrag dem Konto gutgeschrieben würde könnte es passieren, dass der Scheck keine Deckung aufweist oder gar gestohlen ist. Dann wären die Gosses nicht nur das Ponys, sondern auch das Bargeld für die Schiffspauschale los. Daraufhin teilte Claudia Gosses der amerikanischen Käuferin per E-Mail mit, dass sie den Kaufpreis doch lieber in bar oder per Überweisungsträger hätte. Seit dieser Mail meldete sich Florina Maphew nicht mehr. 

Wie zu erfahren war, sind dem Bundeskriminalamt (BKA) mittlerweile mehr als 100 derartige Fälle mit einer Schadenssumme von ca. 1,5 Millionen Euro bekannt geworden. Tendenz steigend. Allerdings handelt es sich nach Auskunft des BKA um Autoverkäufe per Internet. Daher hat die Staatsanwaltschaft in Augsburg bereits ein Sammelverfahren übernommen. Das BKA bittet Personen, die derartige Angebote erhalten haben oder die bereits Opfer einer solchen Straftat geworden sind, in jedem Fall ihre örtliche Polizeidienststelle zu informieren. 

Was das Pony der Familie Gosses anbelangt, so grast dieses noch friedlich auf der Gelderner Koppel. Und auch das Bargeld für die vermeidliche Verschiffung liegt noch sicher auf deren Konto. 


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letzte Änderung: 14. August 2004, © ungerweb