| VON STEPHAN DERKS
Gut
besucht zeigte sich die Veranstaltung des Kreisverbandes der Reit- und
Fahrvereine Kleve e.V., auf dessen Einladung der international versierte
Springreiter und ehemalige Trainer am DOKR-Bundesleistungszentrum in
Warendorf, Heinrich Wilhelm Johannsmann, den Springreitern und deren
Trainern aus der Region entscheidende Tipps zur Springausbildung gab.

Auch mit der
Reithalle des RFV „von Driesen“ Asperden Kessel, war der Ort dieser
kreisweiten Veranstaltung gut gewählt. Und gleich zu dessen Beginn wurde
jedem klar: Der Mann in der Mitte der Bahn der wusste, wovon er redete,
das hatte Hand und Fuß.

Schließlich
trainierte Heinrich Wilhelm Johannsmann noch bis Ende des vergangenen
Jahres die Hengste des Nordrhein-Westfälischen Landgestütes in Warendorf
und ritt diese auf nationalen Turnieren. „Der richtige Sitz ist die
Grundlage aller reiterlichen Einwirkung“, so der „Kaiser“, wie ihn seine
Fangemeinde immer noch nennt, gleich zu Beginn der insgesamt drei höchst
interessanten Ausbildungsstunden. Zunächst forderte er die Reiter auf,
ihr Pferd erst einmal mit der fremden Umgebung vertraut zu machen

. Dass, wer
Springreiten möchte, auch in der Lage sein sollte, sein Pferd
dressurmäßig korrekt zu reiten, zeigte zum Beispiel die Übung, das
geschlossene Halten der Pferde mit mehreren halben bzw. einer ganzen
Parade einzuleiten. Da ist im Vorfeld ein „herumzackeln“ mit den Zügeln
wenig hilfreich so Johannsmann.

Vielmehr gelte es
sich zu bemühen, das Pferd mit der Schenkelhilfe gegen das Gebiss zu
treiben und gleichzeitig mit der Gewichtshilfe zu "bremsen". Und wenn es
dem Reiter dann noch gelingt ruhig zu sitzen und das Pferd auf allen
vier Füßen steht, dann wäre das Ziel eines dressurmäßigen Reitens
sicherlich erreicht. „Macht nicht den Fehler, Euch allzu früh auf das
Springen oder die Dressur spezialisieren zu wollen. Denn je mehr man von
beiden Bereichen kennt, um einfacher werde es, sich später festzulegen“,
schrieb Johannsmann den Reitern ins Stammbuch. Was folgte war die
Gymnastisierung der Pferde, in dem sie vermehrt im Trabe über die
Stangen gearbeitet wurden, bevor überhaupt das erste Hindernis
angeritten wurde.

Zuvor galt es noch
das gleichmäßige, vorwärts galoppieren zu üben und zwar an den
Hindernissen vorbei, um so bereits Sprünge und Linienführung
einzubeziehen. Galopp ist halt die Gangart des Springreiters, die muss
funktionieren. Immer wieder forderte Johannsmann die Reiter auf zu
überprüfen, ob die Pferde auch an den reiterlichen Hilfen stehen. Zudem
sollten sie sich täglich fragen: Was will ich erreichen, was kann ich
erreichen und was muss ich dafür tun? Entscheidende Dinge eines
Fachmannes für das Springreiten, die Reiter wie Trainer gerne mit nach
Hause nahmen.

Wiederholung einer solchen Veranstaltung ist
erwünscht!
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