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Pressebericht vom 22. Oktober 2005

 

Sachgerechtes Longieren will erlernt sein

 

Wilfried Gehrmann gab Reitern und Fahrern wertvolle Tipps und Hilfestellungen bei der Arbeit mit der Doppellonge

Text und Fotos von STEPHAN DERKS

In der Ruhe liegt die Kraft! Dem konnten die Teilnehmer des kürzlich in der Reithalle des RFV „von Driesen“ Asperden-Kessel durchgeführten Doppellongenlehrgang nur zustimmen.

Interessierte Zuschauer an der Bande

 Initiiert durch die Fahrsportbeauftragten des Kreisverbandes der Reit- und Fahrvereine e.V. Kleve Jürgen Bosbach und Friedhelm Fösken, war es gelungen, den langjährigen Leiter der Landesreit- und Fahrschule Rheinland Wilfried Gehrmann für ein Trainingswochenende zu gewinnen, um die Arbeit mit der Doppellonge zu erläutern. Schließlich gehört sie schon seit langem zu der klassischen Ausbildungsmethode, um mit Pferden in jeder Phase der Ausbildung schonend und zwanglos zu arbeiten.

Auch auf das Zusammenlegen der Longe kommt es an

 „Es ist für einen Longenführer hochinteressant, die Reaktionen und Verhaltensweisen seine Pferdes einmal von unter her zu betrachten“, erklärte Gehrmann in seiner theoretischen Einführung. Dabei schrieb der Experte in Sachen Longenarbeit den Teilnehmern gleich zu Beginn des Lehrganges eines ganz dick ins Stammbuch: „Um ein Pferd an der Doppellonge effektiv zu arbeiten , muss der Longenführer zum einen das theoretische Wissen über das richtige Gehen eines Pferdes haben und zum anderen das in die Praxis umsetzen können“.

Winfried Gehrmann (links) ein Meister seines Faches

Kleine Lernschritte ohne Überforderung und ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen seien da ebenso gefordert, wie eine Engelsgeduld. Schließlich wolle man ja erreichen, dass das Pferd auf die leichsteten Hilfen reagiere, um so ein harmonisches Miteinander aufzubauen.

Auch als Zuschauer konnte man viel lernen!

 „Selbstverständlich beginnt man jeder Trainingseinheit mit einer Lösungsphase was soviel heißt, dass das Pferd im Normalfall genügend lange im Schritt geht, bevor sich die Trabarbeit anschließt, um hiernach den Galopp mit einzubeziehen“, erklärte Gehrmann weiter.

Konzentriert bei der Sache

Dabei wäre es nach Meinung des Experten völlig egal, ob sich das Pferd unter dem Sattel befände oder eben an der Longe gearbeitet werde. Allerdings sei, was gerade die Gymnastizierung erwachsener Pferde anbelangt, die Longenarbeit äußerst wichtig. Und auch für Fahrpferde sei die Arbeit an der Doppellonge eine der wichtigsten Voraussetzungen, um das Pferd an die Berührung von Leinen und Strängen zu gewöhnen.

Vormachen, worauf es ankommt

Zudem lerne es hierbei, entsprechend auf Peitsche und Stimme zu reagieren. Der mehr als umfassenden Theorie folgte eine differenzierte, praktische Ausbildung bei der es zunächst galt, die Handhabung von Longe und Peitsche zu erlernen. Und die begann schon damit, dass die Longe so gefasste werden musste, das sich nicht die Hand des Longenführers zuziehen könnte.

Winfried Gehrmann erklärt jede einzelne Phase

Denn wenn auch mit größter Sorgfalt longierte werde könne es immer wieder passieren, dass sich das Pferd dem Longieren widersetzen wolle und versucht, sich dem zu entziehen. Nicht auszudenken, wenn sich nun die Longe an der Hand zuziehe. „Grundsätzlich darf das Pferd keine Angst vor der Peitsche haben, wohl aber einen gewissen Respekt“, gab Gehrmann den Lehrgangsteilnehmern abschließend noch mit auf dem Weg.

Läuft schon besser oder?

Dabei wurde er nicht müde, ihnen immer wieder die richtige Handhabung der Longe zu zeigen, sie zu korrigieren und wertvolle Tipps an die Hand zu geben, wie sie in der Ausbildung weiter vorzugehen hätten, damit sich über kurz oder lang der Erfolg an der Doppellonge einstelle. Über eines waren sich die Teilnehmer zum Ende des hoch interessanten Lehrgangs einig: Gerade beim Longieren macht ständiges üben den Meister. Und mit Gehrmann, wussten sie einen wahren Meister an ihrer Seite.

 

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letzte Änderung: 10. November 2005, © stephan.derks