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Text
und Fotos von
STEPHAN DERKS
In der Ruhe liegt die Kraft! Dem
konnten die Teilnehmer des kürzlich in der Reithalle des RFV „von
Driesen“ Asperden-Kessel durchgeführten Doppellongenlehrgang nur
zustimmen.

Interessierte
Zuschauer an der Bande
Initiiert durch die
Fahrsportbeauftragten des Kreisverbandes der Reit- und Fahrvereine e.V.
Kleve Jürgen Bosbach und Friedhelm Fösken, war es gelungen, den
langjährigen Leiter der Landesreit- und Fahrschule Rheinland Wilfried
Gehrmann für ein Trainingswochenende zu gewinnen, um die Arbeit mit der
Doppellonge zu erläutern. Schließlich gehört sie schon seit langem zu
der klassischen Ausbildungsmethode, um mit Pferden in jeder Phase der
Ausbildung schonend und zwanglos zu arbeiten.

Auch auf das
Zusammenlegen der Longe kommt es an
„Es ist für einen Longenführer
hochinteressant, die Reaktionen und Verhaltensweisen seine Pferdes
einmal von unter her zu betrachten“, erklärte Gehrmann in seiner
theoretischen Einführung. Dabei schrieb der Experte in Sachen
Longenarbeit den Teilnehmern gleich zu Beginn des Lehrganges eines ganz
dick ins Stammbuch: „Um ein Pferd an der Doppellonge effektiv zu
arbeiten , muss der Longenführer zum einen das theoretische Wissen über
das richtige Gehen eines Pferdes haben und zum anderen das in die Praxis
umsetzen können“.

Winfried Gehrmann
(links) ein Meister seines Faches
Kleine Lernschritte ohne Überforderung
und ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen seien da ebenso gefordert, wie
eine Engelsgeduld. Schließlich wolle man ja erreichen, dass das Pferd
auf die leichsteten Hilfen reagiere, um so ein harmonisches Miteinander
aufzubauen.

Auch als Zuschauer
konnte man viel lernen!
„Selbstverständlich beginnt man
jeder Trainingseinheit mit einer Lösungsphase was soviel heißt, dass das
Pferd im Normalfall genügend lange im Schritt geht, bevor sich die
Trabarbeit anschließt, um hiernach den Galopp mit einzubeziehen“,
erklärte Gehrmann weiter.

Konzentriert bei der
Sache
Dabei wäre es nach Meinung des
Experten völlig egal, ob sich das Pferd unter dem Sattel befände oder
eben an der Longe gearbeitet werde. Allerdings sei, was gerade die
Gymnastizierung erwachsener Pferde anbelangt, die Longenarbeit äußerst
wichtig. Und auch für Fahrpferde sei die Arbeit an der Doppellonge eine
der wichtigsten Voraussetzungen, um das Pferd an die Berührung von
Leinen und Strängen zu gewöhnen.

Vormachen, worauf es
ankommt
Zudem lerne es hierbei, entsprechend
auf Peitsche und Stimme zu reagieren. Der mehr als umfassenden Theorie
folgte eine differenzierte, praktische Ausbildung bei der es zunächst
galt, die Handhabung von Longe und Peitsche zu erlernen. Und die begann
schon damit, dass die Longe so gefasste werden musste, das sich nicht
die Hand des Longenführers zuziehen könnte.

Winfried Gehrmann
erklärt jede einzelne Phase
Denn wenn auch mit größter Sorgfalt
longierte werde könne es immer wieder passieren, dass sich das Pferd dem
Longieren widersetzen wolle und versucht, sich dem zu entziehen. Nicht
auszudenken, wenn sich nun die Longe an der Hand zuziehe. „Grundsätzlich
darf das Pferd keine Angst vor der Peitsche haben, wohl aber einen
gewissen Respekt“, gab Gehrmann den Lehrgangsteilnehmern abschließend
noch mit auf dem Weg.

Läuft schon besser
oder?
Dabei wurde er nicht müde, ihnen immer
wieder die richtige Handhabung der Longe zu zeigen, sie zu korrigieren
und wertvolle Tipps an die Hand zu geben, wie sie in der Ausbildung
weiter vorzugehen hätten, damit sich über kurz oder lang der Erfolg an
der Doppellonge einstelle. Über eines waren sich die Teilnehmer zum Ende
des hoch interessanten Lehrgangs einig: Gerade beim Longieren macht
ständiges üben den Meister. Und mit Gehrmann, wussten sie einen wahren
Meister an ihrer Seite.
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