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Pressebericht vom 23.5.2005

  Gold für Yvonne Booten

Gocher Amazone holte zudem mit der Rheinischen Mannschaft im Kampf um Goldene Schärpe die Bronzemedaille

Von STEPHAN DERKS

Sie steht noch immer unter dem gewaltigen Eindruck der Turnierveranstaltung um die Goldene Schärpe, in Verbindung mit den World Junior Games, die 14jährige Yvonne Booten vom Club der Pferdefreunde Goch. Denn sie gehörte zu den 19 jugendlichen Reitern (die RP berichtete exklusiv), die mit der Rheinischen Mannschaft nach Hamburg gereist war, um an der ersten Bundesveranstaltung für die jüngsten Nachwuchs-Vielseitigkeitsreiter teilzunehmen. Dabei stand für den bescheidenen Teenager stets der Olympische Gedanke im Vordergrund. Doch es sollte alles anders kommen. In einer Kombination, bestehend aus Dressur, Stilspringen und einem Stilgeländeritt (alles auf E-Basis), galten es sich im hohen Norden gegenüber der bundesweiten Konkurrenz zu behaupten. Hierzu gehörte auch das Vormustern, bei dem das „Herausgebracht sein“ des Ponys und der Gesamteindruck ausschlaggebend waren. Sicher, beinahe routiniert, führte Yvonne ihr Pony Top Doc Wilhelm an der Hand vor das Richterteam. Ergebnis: Wertnote 9,5! (9 = sehr gut, 10=ausgezeichnet). „In der Theorie galt es einen Fragebogen mit 20 Fragen rund um Pferd und Pferdesport zu beantworten“, erklärt Christa Booten immer noch aufgeregt gegenüber der RP, die ihre Tochter gemeinsam mit Lebensgefährten Dirk Stedronsky in die Hansestadt begleitete. Da bot die stundenlange Anreise in den hanseatischen Ortsteil Vierlinden genügend Gelegenheit, nochmals ausgiebig zu pauken. Lohn der Mühen: Erneut eine Wertnote von 9,5. „Gut ausbalancierter Sitz, eine gleichfalls gute Übersicht, der Ritt in seiner Gesamtheit wie an einer Schnur gezogen, da konnte man schon hinsehen“, so das Urteil der Richter nach Yvonnes Stilgeländeritt. Ergebnis: Goldmedaille in den World Junior Games. Denn die Sieger der World Junior Games wurden jeweils aus den Besten Einzelreitern der Teilprüfung Dressur, Springen und Gelände, sowie Gesamtwertung der Vielseitigkeitsprüfung ermittelt. Schier grenzenlos die Freude bei der Gocher Familie Booten-Stedronsky. Und als dann noch bei der Siegerehrung die Nationalhymne ertönte, gab es kein Halten mehr, da flossen die Tränen ungehemmt über die Wangen und eine Gänsehaut nach der anderen lief den Rücken herunter. Wie bei Reitern üblich, wurde Yvonne im Anschluss noch im Wassergraben "getauft“. Doch damit nicht genug. Denn im Kampf um die Goldene Schärpe gehörte Yvonne Booten zu der Mannschaft Rheinland I, in der sie sich gemeinsam mit Bernice Hoogen, Pia Muenker, Celina Nothofer und Joe Prangenberg die Bronzemedaille erkämpfte. Haarscharf war das rheinische Team, dass während des Turniers zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammenwuchs, an der Silbermedaille vorbei geschliddert. Damit dürfte das Hamburger Turnier endgültig für die 14jährige Gocher Amazone zu einem schier unbeschreiblichen Erlebnis geworden sein. Und auch für ihr Pony Top Doc Wilhelm, mit dem sie zu einem Superteam verschmolz und der fortan nur noch „Willy, mein Goldjunge“ genannt werden dürfte. Übrigens: Pro Mannschaft durften im Kampf um die Goldene Schärpe je Bundesland maximal fünf Paare an den Start gebracht werden, wobei in jeder der fünf Teilprüfungen die besten vier Reiter einer Mannschaft gewertet wurden. Das Vormustern und Theorie zählten einfach, Springen dreifach, Dressur vierfach und das Gelände fünffach. Um ein möglichst homogenes Starterfeld zu gewährleisten, waren Mitglieder des Bundes-Pony-Kaders ebenso wenig zugelassen, wie die Platzierten der Deutschen Ponymeisterschaften der letzten beiden Jahre.

 Yvonne Booten ist zu Recht stolz auf Ihre Leistung, an der auch Dirk Stedronsky (vorne rechts), der Lebensgefährte von Yvonnes Mutter Christa, nicht ganz unbeteiligt war

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