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Pressebericht vom 5.4.2005

  Ein Auge für die Schönheit

Günter Pieper (75) ist ein Horseman. Im Leben des Issumer Turnierrichters spielten Pferde schon immer eine ganz entscheidende Rolle

Von STEPHAN DERKS

Sie haben ihn schon als Kind in ihren Bann gezogen, die Pferde mit dem Brand der Elchschaufel. Und als er erstmals auf dem großelterlichen Hof auf einem Trakehner reiten durfte, ließen ihn diese edlen Tiere nicht mehr los. Gerne erinnert sich der 75jährige Günter Pieper, der am 21. April 1929 in Issum geboren wurde, an dieses Schlüsselerlebnis. Seither sollten ihn die Pferde durch sein weiteres Leben begleiten. Zwangsverpflichtet saß er als 14jähriger für die Hitlerjugend im Sattel und begann sieben Jahre später beim heimischen Reit-, Fahr- und Zuchtverein Ziethen Issum mit seinen Aktivitäten in der ländlichen Reiterei. Schon damals hatte Pieper den Hang zur Dressur. Das erkannte wohl auch der Brauereibesitzer Josef Diebels, der ihm zwei Pferde zur Verfügung stellte. „Nach zehn Siegen galt man damals allerdings als ausgesiegt, musste in die Klasse wechseln“, erinnert sich Pieper, an seine Erfolge in der Klasse L. Erfolgreich und beliebt auch die Reitunterrichte des aufstrebenden Issumers der, von dem Ausbildungsschema eines Jo Hinnemann angetan, orientierte sich hieran. Doch Günter Pieper, der 1949 seine Emmy heiratete, die er in Issum kennen gelernt und mit der er fünf Kinder hat, wollte mehr. Er, der nach seine erste Reitlehrerprüfung Ende der 50er Jahre ablegte und 1981 die Prüfung zum Amateurreitlehrer in Vechta bestand, wollte lernen sich ein eigenes Urteil über das zu bilden, was da in der Bahn geritten wurde. Günter Pieper entschloss sich, Turnierrichter zu werden. Und so stand das heutige Ehrenmitglied der Issumer Reiter von 1966 bis Ende vergangenen Jahres auf der Richterliste des Rheinlandes, von wo aus er Anfang diesen Jahres in die Ehrenrichterriege wechselte. Dabei lässt seine Vita als Turnierrichter aufhorchen. Denn bis zu schweren Klasse S und dem Grand Prix durfte der Horseman, als den man ihn zu Recht bezeichnen darf, richten. Dabei waren seine fachlichen Urteile nicht nur in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern gefragt. Auch international saß er mit Dänen, Belgier, Niederländern und Portugiesen am Viereck. Eine Einladung nach Sevilla sagte er allerdings ab. Immer noch groß seine Freude und Leidenschaft an Landesmeisterschaften und Trakehner-Dressurturnieren. Für Günter Pieper, für den der Besuch internationaler Turniere in München, Frankfurt, Dortmund und Bremen zum Hobby gehört und wo er gerne mit seiner Frau auf der Zuschauertribüne sitzt, befindet sich die Reitjugend im Wandel. Ist deren Ausbildung besser geworden. Auf das Richteramt bezogen prägt Pieper im Gespräch mit der Rheinischen Post einen wichtigen Satz: Denn nur wer das Auge für Schönheit, Harmonie und Eleganz bei Pferden besitzt, der kann auch was erkennen“. Ein wichtiges hat der Issumer Horseman, der auch voller Stolz auf die reiterlichen Erfolge seiner Kinder blickt, im Laufe der Jahre erfahren: Das Amt des Turnierrichters kann nur ausüben, dessen Familie voll und ganz dahinter steht. Dabei unterstreicht der verständnisvolle Blick seiner Frau Emmy, die These Piepers nur zu deutlich. Was die Turniererfolge seiner Kinder anbelangt so freue sich Günter Pieper hierüber stets so, als wären es seine eigenen. Im Vergleich zur Politik sollte nach Ansicht des Issumer Amateurreitlehrers in einem Richterurteil mit wenig Worten viel gesagt werden. Zudem vertritt er die Auffassung, dass jeder Reiter das Recht auf Begründung der Wertnote zu seinem Ritt habe. Dazu gehöre auch eine fachlich richtige Erklärung, Begründung und Ausdrucksweise. Günter Pieper,  ist im Laufe der Jahre vom Pferdesportverbandes Rheinland hoch ausgezeichnet worden. So erhielt er für seine besonderen Verdienste um die rheinische Reiterei nicht nur die Ehrennadel in Gold, sondern auch die mit Lorbeerkranz, eine der höchsten Auszeichnungen, die der Verband zu vergeben hat. Jetzt wechselte der Dressur-Fachmann in die Ehrenrichter-Riege.

 Günter Pieper legt die Richtermelone endgültig  in die Vitrine       Foto: Gerry Seybert

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