| Von STEPHAN DERKS Die Nerven
der Gocher Familie Booten lagen blank, bei den vor kurzem in
Kamp-Lintfort ausgerichteten Vielseitigkeitstagen. Denn hier ging es
unter anderem auch um die Sichtung zur Goldenen Schärpe, dem
Deutschlandpreis der Ponyreiter. Zwar hatte sich die 14jährige Yvonne,
die für den Club der Pferdefreunde Goch startet, mit ihrem Pony Top Doc
Wilhelm optimal auf dieses Turnier vorbereitet, doch kam es nach der
Dressur im Gelände zu einem „Steher“. Aus der Traum von der Teilnahme an
der Goldenen Schärpe? Weit gefehlt. Denn die junge Amazone holte in der
Theorie mächtig auf, machte den Punkteverlust aus dem Gelände mehr als
wett, und sicherte sich so neben Celina Nothofer, Pia Münker, Bernice
Hoogen, Joe Prangenberg, Jana Weyers, Franziska Rudolphi, Sara
Schneemann, Anna Bödicker und Kristin Kapp, die heiß begehrte Fahrkarte
nach Hamburg. „Der Leistungsstand der rheinischen
Nachwuchsvielseitigkeitsreiter und ihrer Ponys war überaus erfreulich“,
erklärt Landestrainerin Margret Neukäter gegenüber der Rheinischen Post.
Dabei zeigte sich einmal mehr, dass die Stärke der rheinischen
„Nachwuchs-Buschreiter“ mittlerweile im Gelände liegt. Denn hier gab es
insgesamt höhere Noten als in der Dressur. „Deutlich besser werden
müssen bei einigen Reitern allerdings die theoretischen Leistungen“,
fügt Landesjugendwartin Heidi van Thiel hinzu. Sie sieht als Ursache für
die in diesem Bereich noch zu schwachen Leistungen vor allem in der zu
große Nervosität der Kinder. Was die Goldene Schärpe der Ponyreiter
anbelangt, so wird diese vom 13. bis 15. Mai in der Hansestadt in einer
kombinierten Prüfung der Klasse E mit den Teilprüfungen Dressur,
Springen, Gelände, Theorie und Vormustern ausgetragen. Mit dieser
Prüfungsform wird der reiterliche Nachwuchs (es dürfen Reiter bis zu
einem Alter von 16 Jahren teilnehmen) hervorragend an den
Vielseitigkeitssport herangeführt. Übrigens: Neben den Prüfungen zur
Goldenen Schärpe nehmen die Rheinischen Reiter auch an den World Junior
Games 2005 teil. Auch hier stehen Sport, Begegnung und Begeisterung im
Vordergrund, wobei in mindestens 13 olympischen und einigen weiteren
Sportarten die Sieger in den Alterklassen 10 bis 15 Jahren ermittelt
werden. Nun wartet auf die 14jährige Yvonne Booten allerdings eine Menge
an Trainingsarbeit. Denn was die Mannschaften anbelangt, die für das
Rheinland in Hamburg an den Start gehen dürfen, so werden diese bis
dahin zwei bis drei Mal pro Woche bei Landestrainerin Margret Neukäter
in Hünxe trainieren. Doch das nimmt die junge Gocher Amazone eher
gelassen. Schließlich weiß sie genau, dass sie sich nicht nur auf ihr
Pony Top Doc Wilhelm, sondern auch auf die Unterstützung ihrer gesamten
Familie verlassen kann. Und das lässt nun wirklich hoffen.

Freut sich riesig auf die Teilnahme an der Goldenen
Schärpe in Hamburg: Die Gocherin Yvonne Booten, die am 18. April 14
Jahre alt wurde. |